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Zählweise im Padel erklärt: Punkte, Spiele, Sätze und der Golden Point

Padel übernimmt seine Zählweise vom Tennis, doch auf dem Platz entsteht die Verwirrung immer an denselben drei Stellen: Was passiert bei 40-40, was passiert bei 6-6, und wer hat Aufschlag? Dieser Artikel fängt bei null an und klärt alle drei Fragen mit Beispielen.

Padelspieler beim Aufschlag von unten auf einem abendlichen Platz, Ball unter Hüfthöhe

Die Zählweise hat drei Ebenen: Punkte, Spiele, Sätze

Ein Padel-Match besteht aus Sätzen, ein Satz aus Spielen und ein Spiel aus Punkten. Der Punkt ist die kleinste Einheit: Vier Punkte ergeben ein Spiel, sechs Spiele einen Satz, und zwei Sätze entscheiden (in der Regel) das Match. Der Spielstand wird in derselben Reihenfolge gelesen — zuerst die Sätze, dann die Spiele, dann der laufende Punkt.

Anders als Tennis wird Padel immer im Doppel gespielt: vier Spieler auf dem Platz, zwei Teams zu zweit. Gezählt wird pro Team; die beiden Spieler einer Seite teilen sich denselben Spielstand.

Punkte: null, 15, 30, 40, Spiel

Innerhalb eines Spiels werden die Punkte 15, 30, 40 gezählt; die Null heißt auf Englisch love, im Deutschen sagt man einfach null. Ein Team, das bei 40 steht und einen weiteren Punkt gewinnt, holt sich das Spiel — es sei denn, das andere Team steht ebenfalls bei 40.

Der Spielstand wird immer mit den Punkten des aufschlagenden Teams zuerst angesagt. Haben die Aufschläger 30 und die Rückschläger 15, lautet der Stand „dreißig – fünfzehn“; umgekehrt heißt es „fünfzehn – dreißig“. Genau hier beginnen die meisten Diskussionen am Platz: Beide Seiten sagen „30-15“, aber eine von ihnen nennt ihren eigenen Stand zuerst.

Gewonnene PunkteAnsage
0null
1fünfzehn
2dreißig
3vierzig
4 (und mindestens 2 Punkte Vorsprung)Spiel

40-40: Vorteil oder Golden Point?

Stehen beide Teams bei 40, heißt der Stand Einstand (deuce im Englischen, iguales im Spanischen), und wie das Spiel endet, hängt davon ab, nach welcher Regel ihr spielt. Zwei sind verbreitet; einigt euch vor dem Match darauf.

Die Vorteilsregel (klassisch)

Nach dem Einstand hat das Team, das den nächsten Punkt gewinnt, den Vorteil. Gewinnt dasselbe Team auch den folgenden Punkt, gehört ihm das Spiel; verliert es ihn, geht es zurück auf Einstand. Das Spiel endet erst, wenn ein Team zwei Punkte in Folge gewinnt. Diese Regel sorgt für die langen, hart umkämpften Spiele — ein Spiel kann acht oder zehn Punkte über 40-40 hinausgehen.

Der Golden Point (punto de oro)

Beim Einstand wird ein einziger Punkt gespielt, und wer ihn gewinnt, holt das Spiel. Es gibt keinen Vorteil. Ein Detail ist wichtig: Beim Golden Point wählt das rückschlagende Team, von welcher Seite (rechts oder links) es den Aufschlag annimmt. Die Profitour (Premier Padel) spielt mit Golden Point, und er verbreitet sich auch in Clubmatches und Turnieren, weil er Zeit spart. Die meisten Amateurmatches werden aber noch mit Vorteil gespielt.

Was ist besser? Wenn du den Platz für ein festes Zeitfenster gebucht hast, macht der Golden Point das Match planbar. Wenn du lange Ballwechsel und Spiele magst, die hin und her wogen, ist der Vorteil befriedigender. Wofür du dich auch entscheidest: Wechsle die Regel nicht mitten im Match.

Spiele und Sätze: 6 Spiele, 2 Vorsprung

Der Satz geht an das Team, das sechs Spiele mit mindestens zwei Spielen Vorsprung gewinnt: 6-0, 6-1, 6-2, 6-3 und 6-4 beenden den Satz. Bei 5-5 geht der Satz weiter; 7-5 beendet ihn. Steht es 6-6, wird ein Tiebreak gespielt (siehe unten).

Das Match gewinnt in der Regel das Team, das zwei von drei Sätzen holt. Manche Turniere spielen nur einen Satz, und viele ersetzen den dritten Satz durch einen Super-Tiebreak.

Der Tiebreak: Was passiert bei 6-6?

Der Tiebreak ist ein eigenes Mini-Spiel, und seine Punkte werden 1, 2, 3 statt 15-30-40 gezählt. Das erste Team mit sieben Punkten und mindestens zwei Punkten Vorsprung gewinnt den Tiebreak und damit den Satz 7-6. Steht es 6-6, wird weitergespielt, bis ein Team zwei Punkte vorn liegt (8-6, 9-7, 10-8…).

Der Aufschlag funktioniert im Tiebreak anders:

Das Team, das den Tiebreak gewinnt, gewinnt den Satz; den nächsten Satz eröffnet aber das Team, das im Tiebreak nicht zuerst aufgeschlagen hat.

Super-Tiebreak (Match-Tiebreak)

In Clubturnieren und zeitlich begrenzten Ligen wird der dritte Satz oft durch einen Super-Tiebreak ersetzt: Die Regeln sind dieselben, aber das Ziel sind 10 Punkte (weiterhin mit zwei Punkten Vorsprung). Der Sieger wird so notiert, als hätte er den dritten Satz 1-0 gewonnen. Frag vor dem Start: „Ist der dritte Satz ein Super-Tiebreak?“ — die meisten Diskussionen darüber brechen beim Stand von einem Satz beide aus.

Aufschlag: wer, von wo und wie

Der Padel-Aufschlag erfolgt von unten: Der Ball wird zuerst aufgetippt, unterhalb der Hüfthöhe geschlagen und muss im diagonal gegenüberliegenden Aufschlagfeld landen. Pro Punkt gibt es zwei Aufschläge; sind beide Fehler, geht der Punkt an die Rückschläger. Berührt der Ball die Netzkante und landet im Aufschlagfeld, ist es ein Let und der Aufschlag wird wiederholt; trifft er vor dem zweiten Aufsprung das Gitter oder das Glas innerhalb des Feldes, ist es ein Fehler.

Der Aufschlag rotiert durch alle vier Spieler

Das aufschlagende Team wechselt nach jedem Spiel, und die Reihenfolge innerhalb jedes Teams ist fest: Ein Spieler von Team A schlägt im ersten Spiel auf, ein Spieler von Team B im zweiten, dann der andere Spieler von Team A, dann der andere Spieler von Team B. Dieser Vier-Spiele-Zyklus läuft den ganzen Satz durch; in einem neuen Satz wird die Reihenfolge neu gewählt, aber jedes Team behält seine interne Reihenfolge. Aufgeschlagen wird zuerst von rechts, dann bei jedem Punkt abwechselnd rechts–links: Ist die Summe der Punkte gerade (0-0, 15-15, 30-0…), schlägst du von rechts auf, ist sie ungerade, von links.

Auch das rückschlagende Team ist festgelegt: Ein Spieler nimmt immer im rechten Feld (Einstandseite) an, der andere immer im linken (Vorteilseite), und sie dürfen nicht tauschen, bis der Satz vorbei ist.

Seitenwechsel

Die Teams wechseln die Seiten nach ungeraden Spielen: immer dann, wenn die Gesamtzahl der Spiele 1, 3, 5, 7… beträgt. Mit anderen Worten: direkt nach dem ersten Spiel des Satzes und danach alle zwei Spiele. Im Tiebreak alle sechs Punkte. In der Halle spielen Sonne und Wind eine geringere Rolle, aber die Regel ist dieselbe — der klassische Moment „Wir haben den Seitenwechsel vergessen“ kommt meist nach dem 2-1.

Ein kurzes Beispielmatch

  1. Es steht 0-0. Das aufschlagende Team gewinnt die ersten drei Punkte: 15-0, 30-0, 40-0. Den vierten verliert es: 40-15. Den fünften gewinnt es: Spiel, und der Satzstand ist 1-0. Seitenwechsel (ungerades Spiel).
  2. Im zweiten Spiel schlägt das andere Team auf. Es kommt zu 40-40. Mit Golden Point entscheidet ein einziger Punkt: Die Rückschläger wählen, von welcher Seite sie annehmen, und wer den Punkt gewinnt, gewinnt das Spiel. Mit Vorteil muss jemand zwei Punkte Vorsprung erreichen.
  3. Der Satz erreicht 6-6: Tiebreak. Der Spieler, der an der Reihe ist, schlägt einen Punkt auf, danach schlägt jeder zwei Punkte nacheinander auf. 7-5: Der Satz geht 7-6 aus.
  4. Das andere Team holt den zweiten Satz 6-3. Statt eines dritten Satzes ein Super-Tiebreak: Wer zuerst 10 Punkte hat (mit zwei Vorsprung), gewinnt das Match.

Was am häufigsten durcheinandergebracht wird

In der App

Alles oben Beschriebene — Golden Point oder Vorteil, Tiebreak und Super-Tiebreak, die Aufschlagrotation über vier Spieler, das rechte/linke Aufschlagfeld und die Erinnerung an den Seitenwechsel — ist ein einziges Tippen, wenn du ein Match in ScoreSay anlegst; die ScoreSay-App sagt den Spielstand laut an, zeigt, wer Aufschlag hat, und macht ein falsches Tippen rückgängig. Auf dem Platz legst du das Handy ab und gibst die Punkte von der Smartwatch oder einer Bluetooth-Fernbedienung ein; die Details stehen im Artikel über die Möglichkeiten, den Spielstand zu zählen.

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