Blog ·
Ein Americano-Padelturnier organisieren: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Americano ist das Clubturnier, das alle lieben: Jeder spielt mit jedem, niemand scheidet aus, und zwei Stunden später steht ein Sieger fest. Diese Anleitung beantwortet die praktischen Fragen der Reihe nach — wie viele Spieler, wie viele Plätze, wie viele Punkte pro Match, wie die Auslosung funktioniert und wie die Rangliste berechnet wird — und behandelt auch die Variante Mexicano.

Was ist Americano, und warum ist es überall?
Im klassischen K.-o.-System spielen feste Paare gegeneinander, und die Verlierer gehen nach Hause; wer in der ersten Runde verliert, verbringt den Rest des Abends als Zuschauer. Americano stellt das auf den Kopf: Die Spieler treten als Einzelpersonen an, jede Runde wird mit einem anderen Partner und gegen andere Gegner gespielt, jedes Match geht über eine feste Punktzahl (zum Beispiel 24), und jeder Punkt, den ein Spieler gewinnt, wandert auf sein persönliches Konto. Am Ende gewinnt der Spieler mit den meisten Punkten.
Der Grund für den Erfolg ist einfach: Selbst in einer Gruppe mit gemischtem Niveau spielt jeder gleich viele Matches, der stärkste Spieler ist eine Runde später mit dem schwächsten im Team, alle Matches enden gleichzeitig, und kein Platz steht je leer.
1. Spieler und Plätze
Die goldene Regel: Die Zahl der Spieler sollte das Vierfache der Zahl der Plätze sein. Vier Spieler auf einem Platz, 8 auf zwei, 12 auf drei, 16 auf vier. So spielt jeder in jeder Runde, und niemand setzt aus.
| Spieler | Plätze | Runden, bis jeder mit jedem gespielt hat |
|---|---|---|
| 4 | 1 | 3 |
| 8 | 2 | 7 |
| 12 | 3 | 11 |
| 16 | 4 | 15 |
Die volle Zahl der Runden (n−1) wird nicht immer gespielt; 11 Runden mit 12 Spielern bedeuten einen langen Abend. Clubs planen meist 6–8 Runden und beenden das Turnier nach der Uhr. Ist die Spielerzahl kein Vielfaches von vier, müssen in jeder Runde einige Spieler aussetzen (ein Freilos); üblich ist, dem pausierenden Spieler entweder den Punkteschnitt der Runde oder eine feste Punktzahl gutzuschreiben — sag vorher an, welche Variante du verwendest.
2. Wie viele Punkte pro Match?
In einem Americano-Match werden die Punkte 1, 2, 3… gezählt, nicht 15-30-40, und das Match endet, wenn die Summe der Punkte das Ziel erreicht. Übliche Ziele:
- 16 Punkte — schnell, 8–10 Minuten; für große Gruppen mit vielen Runden.
- 21 Punkte — die häufigste mittlere Länge.
- 24 Punkte — glatt durch 4 teilbar, passt also am besten zur Aufschlagrotation; 12–15 Minuten.
- 32 Punkte — ein Platz, wenige Spieler, ein langer Abend.
Hinweis: Bei einem Ziel von 24 endet das Match bei 13-11 (13+11=24). Gespielt wird, bis die Punkte beider Teams zusammen das Ziel ergeben — nicht, bis ein Team 24 erreicht. Ein Unentschieden ist möglich (12-12), und beiden Seiten werden 12 Punkte gutgeschrieben.
Zur Schätzung der Rundendauer: Ein durchschnittlicher Punkt dauert 35–40 Sekunden, ein 24-Punkte-Match mit Aufwärmen und Platzwechsel also etwa 15 Minuten. Sechs Runden ≈ anderthalb Stunden.
3. Die Aufschlagregel
Der Aufschlag wechselt alle 4 Punkte (in manchen Clubs alle 2 Punkte). Die beiden Spieler des aufschlagenden Teams schlagen abwechselnd auf. Der Aufschlag erfolgt von unten und diagonal, genau wie im normalen Padel, mit zwei Aufschlägen pro Punkt. Beim 4-Punkte-Muster ergeben 24 Punkte genau sechs Aufschlagblöcke, weshalb 24 die beliebte Wahl ist. Die meisten Turniere verzichten auf den Seitenwechsel; wenn doch, ist es ein einziger Wechsel zur Halbzeit (beim 12. Punkt).
4. Die Auslosung: Wer spielt mit wem, und gegen wen?
Der Spielplan ist das Herz eines Americano. Ziel ist, dass jeder in jeder Runde mit einem neuen Partner spielt und, wo möglich, gegen neue Gegner. Der klassische Spielplan für 8 Spieler auf 2 Plätzen sieht so aus (Spieler nummeriert von 1–8):
| Runde | Platz 1 | Platz 2 |
|---|---|---|
| 1 | 1+2 vs 3+4 | 5+6 vs 7+8 |
| 2 | 1+3 vs 5+7 | 2+4 vs 6+8 |
| 3 | 1+4 vs 6+7 | 2+3 vs 5+8 |
| 4 | 1+5 vs 2+6 | 3+7 vs 4+8 |
| 5 | 1+6 vs 3+8 | 2+5 vs 4+7 |
| 6 | 1+7 vs 2+8 | 3+5 vs 4+6 |
| 7 | 1+8 vs 4+5 | 2+7 vs 3+6 |
Über sieben Runden spielt Spieler 1 mit sieben verschiedenen Partnern, und allen anderen geht es genauso. Spielpläne für 12 und 16 Spieler gibt es ebenfalls, aber sie werden von Hand schwer zu verwalten; wenn du auf Papier arbeitest, drucke den Spielplan vorher aus und gib jedem Spieler eine Nummer. Werden die Nummern vor dem Turnierstart ausgelost, erledigt sich die Frage „Warum bin ich immer mit dem?“, bevor sie überhaupt gestellt wird.
5. Rangliste und Punktgleichheit
Die Rangliste richtet sich nach den insgesamt gewonnenen Punkten; ein gewonnenes Match bringt nichts extra. Der Sieger eines 13-11-Matches bekommt 13 Punkte gutgeschrieben, der Verlierer 11 — deshalb gilt beim Americano „jeder Punkt zählt, auch in einem Match, das du verlierst“, und um den letzten Punkt wird gekämpft.
Reihenfolge bei Punktgleichheit (zu Turnierbeginn ansagen):
- Gewonnene Matches (ein Unentschieden zählt als halbes Match).
- Punktdifferenz: gewonnene Punkte minus verlorene Punkte.
- Direkter Vergleich (falls die Spieler gegeneinander gespielt haben; Matches, in denen sie Partner waren, zählen nicht).
- Immer noch gleich: ein einzelner Golden Point oder das Los.
Wenn du für ein Freilos eine feste Punktzahl gutschreibst, wende sie höchstens einmal pro Spieler an; wer zu oft aussetzt, kann sonst unfair vorn liegen.
Mexicano: Paarungen nach Tabellenstand
Mexicano legt die Auslosung nicht im Voraus fest; nach jeder Runde werden die Spieler nach dem aktuellen Tabellenstand zusammengestellt: Die erste Runde ist zufällig, danach spielen der 1. und der 4. der Rangliste zusammen gegen den 2. und 3., und die Gruppen 5–8 und 9–12 machen es genauso. Das Ergebnis: Die Niveaus sortieren sich innerhalb weniger Runden, die Matches werden ausgeglichen, und niemand verliert 24-0. Zählweise und Aufschlagregel sind dieselben wie beim Americano. Für Gruppen mit großen Niveauunterschieden: Mexicano; wenn sich alle kennen und es darum geht, dass „jeder mit jedem spielt“: Americano.
Es gibt auch Paarversionen: Beim Team Americano / Team Mexicano sind die Paare fest, und nur die Gegner rotieren; die Punkte werden dem Paar gutgeschrieben. Praktisch für Clubligen.
6. So läuft der Tag ab
- Anmeldung und Nummern: Spielernummern verteilen und den Spielplan an die Wand hängen.
- Ein kurzes Briefing (2 Minuten): das Punkteziel, die Aufschlagregel, ob Unentschieden möglich sind, wie bei Punktgleichheit entschieden wird, wie lange eine Runde dauert.
- Runde starten, alle Plätze gleichzeitig. Ist ein Match früher fertig, warten diese Spieler; wenn die Zeit um ist, wird jedes unbeendete Match mit dem aktuellen Stand gewertet (auch das im Briefing sagen).
- Ergebnisse einsammeln: Ein Spieler pro Platz meldet das Ergebnis am Tisch; Tabelle aktualisieren und die Plätze für die nächste Runde ansagen.
- Finale und Preis: Nach der letzten Runde die ersten drei bekannt geben. Ein kleiner Preis und ein Foto machen die Anmeldungen fürs nächste Turnier deutlich leichter.
Papier oder App?
Papier funktioniert bei 8 Spielern; ab 12 brechen zwei Dinge weg: die Rangliste jede Runde von Hand zusammenzurechnen (fehleranfällig, und die Spieler drängen sich um den Tisch) und die Mexicano-Paarungen aus der Tabelle abzuleiten. Genau dafür gibt es den Turniermodus: Der Organisator legt das Turnier an, die Spieler treten mit einem 6-stelligen Code vom eigenen Handy bei, die Ergebnisse werden am Platz mit einem Tippen eingegeben, die Rangliste aktualisiert sich sofort, und Zuschauer verfolgen die Tabelle live unter scoresay.com/t/CODE. Americano, Mexicano und ihre Teamversionen, 16/21/24/32 Punkte, Aufschlagwechsel alle 2 oder 4 Punkte, Unentschieden und Regeln bei Punktgleichheit sind alle fertig eingerichtet. Ein einzelnes Americano-Match (ohne Turnier, vier Freunde auf einem Platz) gehört ebenfalls zu den Matchtypen der ScoreSay-App.